POTSDAM / INNENSTADT -
Begleitet von „Bravo“-Rufen
vieler Schaulustiger hat
Johann-Peter Bauer, Chef der
Fördergesellschaft
Garnisonkirche, am Sonnabend
auf einem Bagger den Abriss
des Flachbaus am früheren
Rechenzentrum am Sonnabend
symbolisch gestartet. Auf
dem Platz an der Breiten
Straße ist der Wiederaufbau
der Garnisonkirche
vorgesehen. Der Flachbau
soll laut Oberbürgermeister
Jann Jakobs (SPD) im Januar
vollständig abgetragen
worden sein. Schließlich
soll, wie berichtet, schon
im Juni unweit dsavon ein
Pavillon für die
Garnisonkirchenausstellung
samt Kapelle eröffnen.
Der Einladung zur
öffentlichen Abrissparty
folgten trotz klirrender
Kälte etwa 200 Gäste,
darunter auch
Ex-Innenminister Jörg
Schönbohm (CDU): „Heute ist
ein schöner Tag.“ Bevor
Baggerführer Bauer („ich
hatte heute Vormittag eine
kurze Einweisung“) mit dem
Greifer die ersten Scheiben
zum Bersten und anschließend
eine Wand zum Einsturz
brachte, hatte Altbischof
Wolfgang Huber die
Anwesenden auf das Ereignis
eingestimmt. Der Ort, an dem
einst die Garnisonkirche
stand, werde seine
„kulturelle und geistige
Bedeutung wiedererlangen“.
Den zweiten Advent habe er
stets als „Kopf-hoch-Sonntag“
bezeichnet. Erhobenen
Hauptes solle auch dieses
Werk, der Wiederaufbau der
Garnisonkirche,
vorangetrieben werden.
Derweil reichten Kameraden
der Freiwilligen Feuerwehr
Falkenrehde (Havelland)
heiße Gulaschsuppe, deren
Zutaten Rewe-Markt-Chef
Siegfried Grube spendiert
hatte. Gern genommen wurden
Freibier und
Gratis-Glühwein, begangen
werden sollte ja ein
„fröhlicher Abriss“, wie
Jakobs sagte. Der lange
umstrittene Wiederaufbau des
Turms der Garnisonkirche
finde in der Bevölkerung
„immer mehr Zustimmung“.
Tatsächlich waren am
Sonnabend keine
offenkundigen Gegner des
Projekts zugegen. Ein
fröhlicher Abriss könne es
nun sein, da „wir die
Vorstellung von etwas
Besserem haben, das an diese
Stelle tritt“, so das
Stadtoberhaupt. Passend dazu
spielten die Potsdamer
Turmbläser. Bernhard
Bosecker, der das Ensemble
vor 35 Jahren gründete,
schwärmt schon vom Neubau:
„Endlich gäbe es dann einen
Turm, von dem herab wir
jedes Wochenende spielen
könnten.“
Wie das Areal an der Breiten
Straße einmal ausgesehen
hat, dokumentierten
Farbfotos aus dem Jahr 1955.
Ingrid Andriessen-Beck
schenkte der
Fördergesellschaft die
Aufnahmen ihres Vaters Geerd
Andriessen. (Von Ricarda
Nowak)