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Zeitungsbericht


BRANDSCHUTZ: Roter Zug schlängelte durchs Dorf

68 Wagen beim Geburtstags-Korso der Paarener Wehr: ein Rekord, wenn auch keiner von Welt

 

PAAREN IM GLIEN - Deutschland hatte am Sonnabend noch gar nicht gegen Argentinien gewonnen, da zog bereits ein kilometerlanger Korso mit lautem Sirenengeheul durch das beschauliche Paaren im Glien. Aber es gab ja auch etwas ganz anderes zu feiern: den 100. Geburtstag der örtlichen Feuerwehr.
Als Geschenk brachten die Wehren aus Schönwalde-Glien, Falkensee und Nauen ihre Einsatzfahrzeuge mit. Denn die Feuerwehrleute aus Paaren im Glien hatten hoch gepokert: Sie wollten den Weltrekord von 159 Wagen knacken. „Okay, dafür hat es mit 68 nicht ganz gereicht“, gab André Barkowski von der Paarener Wehr zu. „Es war aber trotzdem ein tolles Erlebnis und wir sind froh, dass uns so viele Nachbarn unterstützt haben.“
Im Laufe des Vormittags hatte sich das Gelände des MAFZ-Erlebnisparks immer mehr mit roten Wagen gefüllt. Um 10 Uhr reihten sich auf der großen Wiese erst 40 Autos aneinander. Dann aber kamen allein die Falkenseer mit sieben Einsatzfahrzeugen. „Zum 100. Geburtstag ist das doch Ehrensache“, kommentierte Zugführer David Pascher. Und was wäre, wenn es in Falkensee jetzt brennt? „Dann sind immer noch vier Fahrzeuge in der Wache und wir könnten ja auch sofort los“, räumte Pascher alle Bedenken aus.
Die Hitze und die damit verbundene erhöhte Waldbrandgefahr hatte allerdings dazu geführt, dass einige Geburtstagsgäste zu Hause bleiben mussten. „Wir haben uns mehr Zusagen erhofft“, sagte Ortswehrführer Jürgen Schilling.
Schon am Freitagabend feierten die Paarener Brandbekämpfer auf dem Dorfplatz. Das Auspusten der Geburtstagskerzen hatte sich der Ortswehrführer allerdings anders vorgestellt: „Um 19 Uhr begann das Fest, um 19.03 Uhr heulte die Sirene.“ Sofort rückten sechs Mann aus, um ein brennendes Strohbündel neben einem Stall zu löschen.
Am Sonnabendmittag heulten die Sirenen zwar auch, aber sie verkündeten keinen Brand, sondern lockten viele Paarener zum Winken aus ihren Häusern heraus. In luftiger Höhe kreiste ein Flugzeug über dem Korso, um dessen Länge zu messen. Mit 1300 Metern war der Zug zwar lang, jedoch nicht der längste der Welt. „Das Ergebnis schicken wir trotzdem ans Guinness-Buch-Büro in London“, kündigte André Barkowski an. Vielleicht gibt’s ja doch noch eine Geburtstagsüberraschung. (Von Meike Jänike)

Quelle: MAZ, 05.07.2010