JUBILÄUM: Alles in Eigenregie
Falkenrehder Feuerwehr vor 100 Jahren gegründet / Heute wird auf dem Depotgelände gefeiert
FALKENREHDE
- Wenn es unter den Feuerwehren im
Landkreis Havelland einen Wettbewerb gäbe,
in dem die fleißigsten Bauarbeiter ermittelt
werden, die Falkenrehder wären der klare
Favorit. In der mittlerweile 100-jährigen
Geschichte der freiwilligen Feuerwehr des
900-Seelen-Dorfes sind die Worte
Eigenleistung und eigene Regie nicht
wegzudenken. Schon 1973, beim Einzug in das
heutige Depot an der Ketziner Straße, was
früher ein Stall mit Heuboden war, legten
sie selber Hand an. „Tagelang musste per
Förderband die Erde rausgefahren werden,
damit überhaupt ein Fahrzeug untergestellt
werden konnte“, erinnert sich Detlef
Edeling. Heute ist er nicht nur aktiver
Brandbekämpfer, sondern auch der Vorsitzende
des 2003 gegründeten Fördervereins der
Falkenrehder Feuerwehr.
Dem mittlerweile 59 Mitglieder zählenden
Verein ist es im Wesentlichen zu verdanken,
dass das Areal und das Gerätehaus in einem
Topzustand sind. „Der Schulungsraum in der
oberen Etage, das Treppenhaus, der
Sanitärtrakt, der kleine Teich im Hof und
der gepflasterte Hof – alles haben die
Frauen und Männer selber gemacht“, bestätigt
Daniel Radoy. Der 32-Jährige hat im Januar
den Posten des Ortswehrführers von dem aus
persönlichen Gründen zurückgetretenen Ulf
Rautschke übernommen. Lediglich das Dach des
Depots und die Fahrzeughalle habe damals die
Gemeinde Falkenrehde bezahlt, ergänzt er.
Bis auf den fehlenden Außenputz ist auch das
neue Gebäude hinter dem Depot fertig – das
Meisterstück des Fördervereins. Dort haben
Traditionstechnik und die Gulaschkanone
ihren Platz gefunden.
„Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren
ist uns gelungen, dank Spenden, dank auch
von Zuschüssen für Material aus der Stadt
Ketzin eine neue Halle zu bauen, ohne Firmen
einzuspannen“, sagt Detlef Edeling stolz.
Wenn heute im Zuge des Falkenrehder
Dorffestes auch der 100.Geburtstag der
Feuerwehr gefeiert wird, haben das die
Brandbekämpfer auch einem Zufall zu
verdanken. Im früheren Heimatmuseum Nauen
entdeckte jemand im Osthavelländischen
Kreisblatt einen Artikel von 24. Dezember
1910. Darin war das Statut des Feuerlösch-
und Spritzenverbandes Falkenrehde
abgedruckt. „Das ist praktisch unsere
Gründungsurkunde“, sagt Daniel Radoy. (Von
Jens Wegener)
Zahlen, Fakten und das Festprogramm
Die Falkenrehder Feuerwehr zählt derzeit 32
aktive Mitglieder, darunter zehn Frauen. Der
Jugendfeuerwehr gehören sieben Jungen und
neun Mädchen an. Zur Alters- und
Ehrenabteilung gehört nur Heinz Irmer.
In diesem Jahr musste die Wehr bisher sechs
Mal ausrücken, 2009 gab es insgesamt elf
Einsätze.
Heute ab 12 Uhr wird auf dem
Feuerwehrgelände der 100. Geburtstag
gefeiert. Es gibt Essen aus der
Gulaschkanone und Bratwurst. Die
Fahrzeughalle und das Depot sind geöffnet,
können bei Rundgängen besichtigt werden.
jewe