Großer Löschangriff
Am traditionellen Nachtwettkampf der Feuerwehren in Falkenrehde beteiligten sich 18 Mannschaften aus neun Orten
FALKENREHDE - Schon
fast gespenstische
Atmosphäre herrschte am
Sonnabend auf dem Sportplatz
in Falkenrehde. Mehrere
Dutzend Fackeln begrenzten
mit ihrer mehr als
spärlichen Beleuchtung eine
fast 100 Meter lange Bahn.
Rundherum an die etwa 150
Feuerwehrleute mit ihren
Fahrzeugen. Die Mitglieder
der Freiwilligen Feuerwehr
Falkenrehde hatten zum
achten Nachtwettkampf
eingeladen.
Schlicht und einfach
„Löschangriff Nacht“ hieß
die Aufgabe, die die 18
Mannschaften mit je sieben
Feuerwehrleuten aus
Falkenrehde und den
umliegenden Gemeinden aber
auch aus Fahrland, Satzkorn
und Bornstedt in der
bestmöglichen Zeit zu
absolvieren hatten. Fast im
Stockdunklen galt es, auf
Kommando den Saugschlauch an
die Motorpumpe
anzuschließen, Schläuche
auszurollen und über die
Bahn zu ziehen, Verteiler
sowie Spritzen anzustecken,
bei „Wasser marsch“ mit dem
Löschwasserstrahl die
Zieleinrichtung zu treffen
und so die zwei
10-Liter-Behälter zu füllen.
Am Ende signalisierten die
blauen Rundumleuchten:
„Aufgabe erfüllt“.
Etwas leichter hatten es die
sieben Jugendmannschaften.
Mit den letzten
Sonnenstrahlen meisterten
sie ihren „Löschangriff
nass“ schon wie die Großen.
Kein Problem, wenn mal einer
mit dem Schlauch unter dem
Arm auf dem glitschig-nassen
Rasen vor Eifer gleich
zweimal eine Bauchlandung
machte oder der Maschinist
zu früh Wasser gab, und die
Jungen an der Spritze
deshalb den mit Wasser prall
gefüllten Schlauch nicht
mehr ziehen konnten. Mit
Spaß zum Erfolg, hieß es –
Wiederholung erlaubt.
55 Sekunden hatten die
Jungen aus Hoppenrade/Buchow-Karpzow
als erste Starter vorgelegt.
Es sollte auch die
Siegerzeit sein. Die
Mannschaften aus Satzkorn
(59 Sekunden) und Fahrland
(119 Sekunden) folgten auf
den Plätzen. Von den
Frauenmannschaften siegte
Bornstedt vor Falkenrehde.
Für die Männer hatten sich
die Falkenrehder
Feuerwehrleute zur
Ermittlung der
Startreihenfolge wieder
etwas Originelles
ausgedacht. Mit dem prallen
Löschstrahl sollte ein
rot-weißer Verkehrskegel
soweit wie möglich über die
Bahn „geschossen“ werden. An
die 50 Meter schafften die
Bornstedter. Offensichtlich
ein gutes Omen. Als
schnellste meisterten sie
dann auch den „Löschangriff
Nacht“ in nur 42 Sekunden
und nahmen mit viel Hallo
den Siegerpokal entgegen.
Auf die Plätze folgten die
Gäste aus Satzkorn und
Fahrland mit 44
beziehungsweise mit 50
Sekunden.
Klar, dass dieser
Löschangriff auch Training
ist. „Wir wollen aber auch
die Kameradschaft zwischen
den Wehren fördern. Und das
kommt gut an“, so der
stellvertretende
Ortswehrführer und
Organisator Ulf Rautschke
über diese seit dem Jahre
2000 stattfindende
Traditionsveranstaltung.
Alle Aktiven und auch die
Mitglieder des Fördervereins
waren an diesem Abend als
Mannschaften oder
Organisatoren dabei, unter
anderem beim Versorgen aller
Teilnehmer und beim
Auswerten des Wettkampfs.
Stolz ist Ulf Rautschke
darauf, dass sich die
intensive Arbeit mit dem
Nachwuchs auszahlt. Auf 16
Mitglieder ist die
Jugendgruppe angewachsen und
bewies ihr Können. Viel
Jubel gab es eine Stunde vor
Mitternacht bei der Übergabe
der Siegerpokale. Beim
gemütlichen Beisammensein
gab es die Einladung zum
„Löschangriff Nacht“ für das
nächste Jahr. „Vielleicht
kommen noch mehr
Mannschaften“, hofft der
stellvertretende Wehrführer.
(Von Wolfgang Balzer)
INTERVIEW
Stolz auf die
Jugendgruppe
Mit Ulf Rautschke,
Stellvertreter des
Ortswehrführers von
Falkenrehde und Leiter des
Nachtwettkampfes, sprach
Wolfgang Balzer.
MAZ: Wie viele
Mannschaften nehmen teil?
Rautschke:
Insgesamt neun Männer-, zwei
Frauen- und sieben
Jugendmannschaften aus
unseren Nachbarorten aber
auch aus Satzkorn und
Bornstedt.
MAZ: Wie viele
Jahre besteht ihre
gastgebende Falkenrehder
Feuerwehr?
Rautschke: Genau
100 Jahre!
MAZ: Wie viele
Mitglieder sind in der
Falkenrehder Feuerwehr
aktiv?
Rautschke: 22
Männer und auch zehn Frauen.
Stolz sind wir auf unsere
Jugendgruppe mit 16
Mitgliedern. Beste
Unterstützung erhalten wir
von unserem Förderverein für
die Freiwillige Feuerwehr.